Zenmeister und Gründer der Bodhisangha

Ama SamyPater AMA Samy (Gen-Un Ken)

Arul Maria Arokiasamy wurde 1936 als Kind armer indischer Eltern in Burma geboren. Als Junge kam er mit dem burmesischen Buddhismus und buddhistischen Mönchen in Berührung. Nach dem Krieg zurück in Indien, wurde er einige Jahre lang von seinem Großvater mütterlicherseits großgezogen, der Schüler eines muslimischen Heiligen war und sich um dessen Begräbnisschrein kümmerte. Der Großvater starb bei einem Verkehrsunfall und hinterließ den Jungen ohne Unterstützung und Führung. Doch der Junge beendete die Schule und schloß sich den Jesuiten an.

Auch als er schon Priester geworden war, blieb sein Herz immer noch ruhelos. Die christliche Spiritualität konnte ihn nicht erfüllen. Er begann, Hindu-Ashrams und buddhistische Meditationszentren aufzusuchen. Durch Swami Abhishiktananda stieß er auf die Lehre Ramana Maharshis, die ihn sehr bewegte. Seine Suche führte ihn schließlich dazu, einige Zeit als Bettelmönch durch die Gegend zu ziehen und sich dann als Einsiedler neben einem heiligen Schrein nieder zu lassen. Die Bewohner eines nahe gelegenen Dorfes versorgten ihn mit Nahrung.

Es war schließlich der Weg des Zen, der ihn am meisten anzog. Mit der Hilfe von Pater Enomiya Lassalle ging er nach Japan. Bei Yamada Ko-Un Roshi von der Zenvereinigung Sanbo-Kyodan konnte er die Zenschulung absolvieren. Yamada Ko-Un gab ihm 1982 Transmission und die Erlaubnis, Zen zu lehren.

P. AMA Samy ist im Christentum ebenso wie im Zen verwurzelt; er steht gewissermaßen im Raum zwischen Hinduismus, Buddhismus und Christentum. In Südindien gründete er das Meditationszentrum Bodhi Zendo, das er als einziger autorisierter Zenmeister Indiens leitet. Jedes Jahr verbringt er einige Monate im Ausland, vor allem in Europa, wo er viele Schüler hat. Die von ihm gegründete Gemeinschaft von Zenschülern und -schülerinnen heißt Bodhi Sangha.